Trenul amintirilor - Поезд воспоминания - Pociąg pamięci - Train of commemoration - Zug der Erinnerung - Az emlékezés vonata - Vurdon so na bistrel nahles - o treno tis mnimis - To treno tis mnimis - Pociag pamieci - Train de la mémoire - Zuch vun der Erënnerung - Vlak uspome

Zug der Erinnerung
Ein Projekt deutscher Bürgerinitiativen

Gutachten klein

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In Kooperation mit:

Geiseln der Täter

Mit wiederkehrenden Bitten um Rat und Recherchen wenden sich Angehörige an den "Zug der Erinnerung", weil sie die Tätergeschichte ihrer Familien aufhellen wollen. "Mein Großvater war wahrscheinlich bei der Reichsbahn in Lublin", heißt es in einem der stets ähnlichen Schreiben. "Ich befürchte, daß er von den Transporten nach Auschwitz wusste oder sogar beteiligt war. Wie können wir mehr erfahren?" In Telefonaten offenbarte eine ältere Besucherin des Zuges, dass sie auf den Ausstellungsexponaten ein nahes Familienmitglied erkannt hätte. Der Täter zeichnete Massendeportationen nach Treblinka ab - und wird von Verwandten bis heute für untadelig gehalten. In einer anderen Nachricht heißt es: "Mein Onkel bediente die Schranke eines Bahnübergangs in" (einer norddeutschen Kleinstadt). "Dort fuhren ab 42 offene Güterwagen mit tausenden (sowjetischen) Kriegsgefangenen vorbei. Sie schrieen um Wasser und Brot. Ich weiß heute, daß diese Menschen in der Heide ermordet wurden. Hätte man einschreiten können?"

Vielleicht. Wir wissen es nicht. Der "Zug der Erinnerung", eine Bürgerinitiative, gibt Hinweise und ist dankbar für das Vertrauen, das aus diesen Anfragen spricht. Aber wir sind außerstande, das Schweigen aufzulösen, das uns, die Nachfahren, seit der Befreiung von Auschwitz zu Geiseln der Täter macht. Weil über unseren Familiengeschichten der Kriegszeit ein Schleier des Ungefähren, der Halbwahrheiten und Lügen liegt, verfolgt uns die Ahnung, Massenverbrechen könnten Teil unseres individuellen Erbes sein. mehr

Zurückgekehrt

Das Foto zeigt jugendliche Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz nach der Befreiung. Ihre Lebenswege sind unerforscht. Dass sie dem Tod entgingen und zurückkehren konnten, machte sie zu Zeugen - Nachbarn wie andere wurden sie nie. Was sie zu berichten hatten, verstörte den Alltag. Heute sind die Kinder von damals über 70 Jahre alt. Ihnen Empathie, aber auch materielle Hilfe zukommen zu lassen, versucht der "Zug der Erinnerung". Bitte lesen Sie unser Gutachten über Schuld und Schulden der "Deutschen Reichsbahn" (Vorwort).

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Für die Kinder von Zamość

Einen Betrag in Höhe von 25.000 Euro übergaben Mitglieder des Vereins "Zug der Erinnerung" am 10. Januar an polnische Deportierte aus der Region Zamość. mehr


Gedenken und Handeln

In der Winterpause bereitet der "Zug der Erinnerung" eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz vor. Es ist das zweite Mal, dass der Verein mit Jugendlichen aus ganz Deutschland für mehrere Tage in das frühere Lager fahren wird. Über 100 Teilnehmer werden Gelegenheit haben, im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau nach den Spuren der aus ihren Städten deportierten Kinder zu suchen oder bei Begegnungen mit ehemaligen Häftlingen das NS-Zwangssystem besser zu verstehen. Zu diesem System gehört auch die Indienststellung zehntausender Deportierter für Zwecke der deutschen Kriegsindustrie.

Das regionale Zentrum der industriellen Ausbeutung war Auschwitz-Monowitz, ein auch für heutige Verhältnisse riesiger Fabrikkomplex, in dem Nachschub für die Front hergestellt wurde, vor allem durch den Chemiekonzern IG Farben (Maschinerie der Vernichtung). Im direkten Umfeld des IG-Farben-Geländes befanden sich in Auschwitz-Monowitz unzählige kleinere Zuliefererbetriebe, deren Arbeitskräfte die SS aus dem Stammlager zuführte. Diese Personalquelle schien unendlich groß: Aus jedem neuen Transport der verschleppten Juden oder Sinti, den die "Reichsbahn" aus ganz Europa ankarrte, filterten die NS-Spezialisten überlebensfähige Gefangene für ein kurzes Dasein als Arbeitssklaven. mehr

Die Züge in die Hölle der Deutschen

So überschreibt Margot Kleinberger ihre Erinnerungen an die "Reichsbahn"-Deportation, die sie als 11-Jährige von Hannover in das Ghetto Theresienstadt (Terezin) führte. "Es war der 24. Juli 1942. Es regnete in Strömen. SS-Leute verteilten Zettel,taat verfallen sei. Mein Vater musste lachen. Welches Vermögen? Wir hatten ja gar nichts mehr, man hatte uns alles weggenommen und Kommunist war mein Vater auch nie gewesen. Der Zug wartete schon auf uns. Er bestand aus uralten Wagen der 'Holzklasse' und schäbig-schmutzigen Viehwaggons. Wir kamen in einen Holzklassewagen. Die Türen wurden von außen verschlossen. Der Zug fuhr los." Margot Kleinberger überlebte das Ghetto, wurde 1945 befreit und kehrte in ihre Heimatstadt Hannover zurück. "Lange habe ich nicht darüber gesprochern, was tatsächlich passiert ist. Weder wollte ich meine sechs Kinder damit belasten, noch wollte ich bei den nichtjüdischen Nachgeborenen ein schlechtes Gewissen hervorrufen. Doch je mehr Zeit verstrich, desto mehr musste ich erkennen, wie viel Ungerechtigkeit uns Kindern widerfahren ist. mehr